»Tiere in der Rechtsgeschichte«

Sonderausstellung im Mittelalterlichen Kriminalmuseum

„Hund und Katz - Wolf und Spatz“



.

Das Leben in alter Zeit war hart und beschwerlich – Hunger und Not allgegenwärtig. Mit Übeltätern ging man nicht gerade zimperlich um, egal ob Mensch oder Tier. Das Kriminalmuseum entführt seine Gäste mit dieser Jubiläums-Sonderausstellung in eine fremde Zeit der Tierprozesse und Tierstrafen.
Lebensecht und detailverliebt inszenierte Tierpräparate (u.a. Wolf, Bär und Adler) sowie hochkarätige rechtsgeschichtliche Exponate erzählen von Tieren als Angeklagte in gerichtsförmigen weltlichen und geistlichen Gerichtsverfahren.

Wertvollste Gesetzestexte und Stiche zeigen, dass Tiere auch im Panoptikum grausamer Todesstrafen vertreten waren, etwa beim Hängen mit Hunden, Vierteilen oder Säcken. Das Spannungsverhältnis von Tier und Mensch begegnet uns auch jenseits des strafrechtlichen Kontexts. Moderne Multimediastationen lassen die Gefahr lebendig werden, die seinerzeit von Tieren ausging. Andererseits hatten Tiere für die Menschen in Alter Zeit enorme Bedeutung als Nutztiere, wie die ausgestellten Urkunden, Texte und Gegenstände zeigen, etwa ein fast
4.000 Jahre altes Siegel. Ob Werwolf, Phoenix oder Drache – Tiere befügeln seit Alters her unsere Phantasie.

Deshalb kommen auch phantastische Tiergestalten wie Werwolf, Fabel-, Wappen- und Hexentiere in der Ausstellung nicht zu kurz. In gewohnter Manier schlägt die Sonderschau in Europas bedeutendstem Rechtkundemuseum auch einen Bogen zu aktuellen Debatten um Tiere und Tierschutz, etwa zum wieder heimisch werdenden Wolf, zu Bienen und zur Tierhaltung. Die Sonderausstellung wird beraten durch Prof. Dr. Andreas Deutsch (Heidelberger Akademie der Wissenschaften), Prof. em. Dr. Wolfgang Schild (Bielefeld) und Prof. Dr. Peter Dinzelbacher (Salzburg).